Marcus am Apr 15, 2009

Man glaubt es kaum. Ich sitze mittem im Astoria Kino – dem diesjährigen Veranstaltungsort für das 10. Jenaer Kurzfilmfestival – und habe gleich Wlan-Empfang aus unserem direkt gegenüberliegenden Festivalbüro. Was machen wir eigentlich kurz vor Festivalbeginn hier. Wir machen neben dem, was man denkt, auch ein wenig mehr. Das “cellu l’art” dreht wieder etwas. Und zwar ein geheimes Making-Of-Behind-The-Scenes-Highend-Dokumentarfilmchen. Befragt werden die Mitglieder des “cellu l’art” zu ihrer Beziehung zum Festival. Desweiteren ist geplant auch noch während des Festivals einige Blicke hinter die Kulissen zu werfen, so dass das 10jährige Jubiläum auch filmisch dokumentiert wird.

Zu sehen sein wird dieser Dokumentarkurzfilm nach dem Festival auf der Festivalseite.
christoph am Mrz 4, 2009
Tja, so schnell kann’s gehen. Mitte Dezember noch das Screening zu unserem Länderschwerpunkt Spanien und plötzlich steht schon das nächste – nämlich für den internationalen Wettbewerb – an. Kleiner Unterschied aber: Im Dezember ging das Ganze nur über einen Tag, diesmal über ein komplettes Wochenende. Damals waren es etwa 40 Filme, jetzt fast 90. Und auch die Teilnehmerzahl erhöhte sich auf beeindruckende Weise. Mit bis zu 15 enthusiastischen und leidensfähigen Mitgliedern unseres schönen Vereins wurde eine Beteiligung wie letztmals 2005 (meinem allerersten cellu l’art-Jahr) erreicht. Die sich in deutlicher Überzahl befindliche Weiblichkeit sorgte dabei für ein bemerkenswert hohes Maß an „Aaaaahs“ und „Ooooohs“.
Und in der Tat waren auch die Filme zu solcherlei Reaktionen angetan. Enorm viele „süße“ Filme und eine ähnlich hohe Anzahl ebensolcher Kinder durften betrachtet werden. Dass es da bei der Programmerstellung zu Problemen hinsichtlich der „Ernsthaftigkeit“ der Beiträge für das Jubiläumsfestival kommen kann, versteht sich von selbst. Die ein oder andere recht mutige und möglicherweise unpopuläre Entscheidung der Programmatik dürfte aber wohl für ein vielfältiges, unterhaltsames und doch ebenso anspruchsvolles filmisches Portfolio beim „cellu l’art X“ sorgen.
Los ging die wilde Hatz am späten Freitag Nachmittag gegen 17:30. Alle waren bester Laune. Noch…
Schon knapp fünf Stunden später war die anfängliche Euphorie einem tiefem Durchatmen bei den Teilnehmenden gewichen. Der erste Tag war geschafft.
Nach einer natürlich viel zu kurzen Nacht sollte es am Samstag Morgen um zehn Uhr weitergehen. Naja, zumindest eigentlich. Da jedoch der Großteil der Beteiligten massive Startschwierigkeiten aufwies, wurde der Auftakt zum „Marathontag“ halt ein wenig nach hinten verschoben. Nicht weniger als sieben Blöcke oder gut acht Stunden Film standen bevor. Das klingt hart. Ist es auch! Aber mit Gruppendynamik, blöden Sprüchen, vielen Lachern und gaaaanz viel Kaffee lässt sich sowas dann doch bewältigen. Trotzdem mussten in den Abendstunden noch einige Liter alkoholhaltiger Getränke konsumiert werden, um der fortschreitenden Konzentrationsschwäche Herr werden zu können. Gegen 22:30 war er dann bewältigt, der Kurzfilm-Samstag.
Der Sonntag verlief ähnlich, nur dass er eben „schon“ 16:30 sein (filmisches) Ende fand. Ok, für Programmatik und Vereinsobere gab’s dann noch lustige sieben Stunden Auswertung…
Und was gibt’s zu den
Filmen zu sagen? Wie bereits erwähnt, ist der Anteil an „süßen“ Filmen gestiegen, ohne freilich überbordend hoch zu sein. Ein Musterbeispiel eines solchen klassischen Gute-Laune-Films ist sicher „Our Wonderful Nature“, einer DER Sieger der internen Ausscheidung. Zwei ziemlich spitze Spitzmäuse kämpfen um ein Spitzmausweibchen. Was nach Tierdoku klingt, beginnt auch so, entwickelt sich dann aber zu einer äußerst flotten und amüsanten Animation. Auch bei den Dokus siegte ein heiterer Tierfilm. Der Name „Schäfchen zählen“ darf hier getrost als Programm gelten. Aber natürlich ging es an der Spitze auch richtig ernst zu. Heftige Studien des Krieges wie „Grobari“ aus Polen oder das DDR-Drama „Freies Land“ sind sicher potenzielle Anwärter, wenn es um die Vergabe der Jurypreise geht.

Der lange Weg zum Wettbewerbssieger des 10. Jenaer Kurzfilmfestes kann also in seine letzte Runde gehen. Die Entscheidung fällt vom 24. bis 26. April beim Jubiläum des „cellu l’art“. Ein aktualisierter, aber noch nicht endgültiger Programmplan kann bereits auf www.cellulart.de eingesehen werden.
martin am Feb 16, 2009

Vom 5. bis 15. Februar 2009 öffneten die „Internationalen Filmfestspiele Berlin“ – kurz „Berlinale“ – zum 59. Mal den Vorhang für ein reichhaltiges Publikum. Bis zum Ende des Spektakels konnte ein Rekord von über 270.000 Besuchern festgestellt werden. Gefühlt kam dem Berlinale-Neuling die Menge des Cineastenvolkes mindestens zehnmal so viel vor. Schockierten mich zunächst noch die vor den Ticketschaltern campierenden Berlinalegänger, die sich die Nacht zuvor in Schlafsäcken um die Ohren geschlagen hatten, um an die begehrten Eintrittskarten zu gelangen, konnte ich einige Tage später nur noch darüber schmunzeln: Hey! Das ist die „Berlinale“! Hier steht man sich trotz 50 Euro-Akkreditierung früh um sechs gerne die Beine in den Bauch, um für den nächsten Tag ein paar Tickets zu ergattern. Auch wenn man dann nicht immer die Filme bekam, die man unbedingt sehen wollte. Übrigens wäre es klug, sich vorher genau zu informieren, wo und wann der nächste Film läuft. Denn es konnte einem schnell passieren, und mir geschah es häufiger, dass der Besucher sich um 14 Uhr im Friedrichstadtpalast einzufinden hatte und anschließend die Beine in die Hand nehmen musste, um pünktlich um 16 Uhr auf dem Potsdamer Platz auf dem roten Tepp…, stopp! Auf dem roten Sessel Platz zu nehmen. Wenn man dann noch den 70mm-Streifen, der gegen 21:30 Uhr anlief und etwa drei Stunden später zu Ende war – dies war für mich das Highlight der Berlinale per se -, ohne einzuschlafen überstand, konnte man stolz auf den geleisteten „Marathonlauf“ sein.
Trotz der körperlichen Anstrengungen und der Hektik blicke ich recht positiv auf dieses Event zurück. Es ist erstaunlich wie ein Filmfestival eine Weltstadt wie Berlin über eine Woche lang so in Beschlag nehmen kann. Kein Straßenzug, den man durchquert, der nicht von roten Berlinale-Plakaten gepflastert ist. Keine U-Bahn-Station, an der nicht Menschen mit roten Umhängetaschen auf das nächste Transportmittel Richtung nächstes Lichtspielhaus warten. Inhaltlich gab es viel Mittelmaß, wenig wirklich Schlechtes und einige Perlen. Selbstverständlich können meine Eindrücke nicht das Recht auf Vollständigkeit garantieren, bei über 400 Filmen, aber ich denke, dass der Trend deutlich in Richtung leise vorgetragenes Drama ging. Neben brillanten Langspielfilmen wie „Storm“ (Hans-Christian Schmid) und dem Gewinner des Goldenen Bären „The Milk of Sorrow“ (Claudia Llosa), in denen die Hauptrollen durch starke Frauen verkörpert wurden, zeichneten sich auch die Kurzfilme durch nuancierte Dramatik aus. Über 2300 Kurzfilme fanden dieses Jahr ihren Weg zur Berlinale, von denen es 28 in den „Berlinale Shorts“-Wettbewerb schafften.
Zur Preisverleihung am 10. Februar war der Kinosaal 3 im Cinemaxx prall gefüllt. Die Jury bestand aus der Schauspielerin Arta Dobroshi („Lornas Schweigen“), dem Filmemacher Khavn De La Cruz und dem Leiter der „Internationalen Kurzfilmtage Oberhausen“ Dr. Lars Henrik Gass. Den Goldenen Bären für den besten Kurzfilm gewann der Ire David OReilly für „Please say something“, eine herrlich schräge, animierte Liebesgeschichte zwischen einer Maus und einer Katze, die sich durch eine Welt im Stil einer Nintendo 64-Grafik bewegen. Den Silbernen Bären erhielt der Engländer Daniel Elliott für „Jade“. Ein Teenagermädchen erlebt die harten Seiten des Verliebtseins in einer einsamen Wohnwagensiedlung. Mit aufdringlichen Großaufnahmen und einer sehr geringen Tiefenschärfe, lässt der Regisseur den Zuschauer mitleiden. Der Preis der DAAD ging an den kubanischen Beitrag von Susana Barriga „The Illusion“. Dieser Film ist im Dokumentarstil gedreht und schildert die verschwommenen Erinnerungen eines Mädchens an ihren Vater. Die Bildinszenierung war gewöhnungsbedürftig, da das Bild in nahezu kompletter Unschärfe gehalten wurde und die Bildachse selten horizontal blieb. Eine erfrischende Ausnahme bot der für den „Europäischen Filmpreis“ nominierte Kurzfilm „Die Leiden des Herrn Karpf. Der Geburtstag“ von der Österreicherin Lola Randl. Der unterbeschäftigte Herr Karpf verbringt seinen Geburtstag allein in seiner Wohnung und wartet sehnlichst auf die Anrufe seiner Freunde. Als sie endlich eintreffen, fühlt er sich überfordert.
Die „Berlinale Shorts“ haben bewiesen, dass der internationale Kurzfilm lebt und Beeindruckendes zu bieten hat. Dieser Form der filmischen Darstellung sollte auch in Zukunft ein großes Forum geboten werden.
Marcus am Sep 6, 2008
Ich habe mich heute an diesem wunderschönen Samstag noch einmal in das “cellu l’art”-Büro begeben, um endlich ein paar aussagekräftige Fotos zu schießen, die den neuen Glanz zeigen, in dem das Büro nach Umbau und Renovierung erstrahlt. Zunächst gibt es aus dem Archiv ein paar Fotos, die einen Eindruck geben wie es vor dem Umbau hier aussah. Klar erkennbar ist, dass es ein großes Chaos war: sehr viele Ordner, ein über zahlreiche Wände verteiltes Archiv, massig überflüssige Prospekte und Materialen hatten sich in den fünf Jahren, in denen wir dieses Büro beziehen, angesammelt.


Die Bilder geben leider keinen kompletten Eindruck. Ungünstigerweise ragten im alten Büro die Arbeitstische mitten in den Raum, jetzt sind sie am Rand angeordnet, so dass in der Mitte viel Platz und Fläche entstanden ist.


Ein Highlight ist das neue Archiv. In knapp 150 Kisten lagern zahlreiche Raritäten aus fast 10 Jahren Filmfestgeschichte. Gut sortiert nach Jahrgängen und bestens indiziert.

Ebenso ist es uns endlich möglich, durch den gewonnen Platz, Besucher, Sponsoren oder Journalisten direkt im Haus zu empfangen und bei Kaffee und Kuchen zu informieren. Eigens dafür gibt es eine kleine Sitzecke unter dem Fenster.

So bleibt uns eigentlich nur noch eine Sache: Wir danken IKEA. (PS: Es tut uns irgendwie auch Leid, dass wir alle schwarzen Kassettkisten aufgekauft haben)
Marcus am Sep 4, 2008
Wie versprochen nun noch ein paar Bilder vom Ende (fast) der Neugestaltung des Festivalbüros. Die Tendenz geht weg von absoluten Chaos hin zu einem wirklichen Büro. Es ist hell aufgeräumt und (derzeit) noch sehr gut sortiert.
Wenn der letzte Schliff angelegt wurde, gibt es die endgültigen Fotos.



Marcus am Sep 3, 2008
Ich sagte dann gestern zum Geschäftsführer Marcus: “Ich denke, wenn die Renovierung und die Neugestaltung des Festivalbüros abgeschlossen ist, sieht es hier nicht nur besser aus, sondern es weht auch ein neuer Geist.”
Die Renovierung des Büros war dringend notwendig. 9 Festivals haben zahlreiche überflüssige Materialen sich ansammeln lassen, die erstmal aussortiert werden mussten. Auch war die Aufteilung des gesamten Büros, das in einem Raum vier Arbeitsplätze, eine Sitzecke und ein doch recht umfangreiches Archiv beherbergt, nicht gerade zum Vorteil für Produktivität und Stauraum ausgerichtet. So entschied der Verein während der doch recht ruhigen Sommermonate eine Komplettrenovierung bzw. Komplettsanierung. Denn das, was beim Streichen von den Wänden und der Decke bröckelte, war im Kern notwendige Bausubstanz, die nun ausgebessert werden musste.
Herz- und Prunkstück des neuen Büros bilden sechs Billy-Regale (Vorsicht Schleichwerbung!) und knapp 150 kleine CD- und DVD-Kisten, die unser neu sortiertes Archiv aufnehmen werden und endlich den gewünschten Durchblick bei der Suche nach passenden Filmen für verschiedenste Veranstaltungen bringen sollen. Nach dem ersten Tag sind somit Wände und der Fußboden wiederhergestellt, die Regale wurden innerhalb von 2 Stunden komplett montiert, so dass es heute an den Feinschliff geht und das Büro wieder eingeräumt werden kann.
Wenn die Renovierung Sanierung abgeschlossen ist, gibt es ein paar wenige vorher nachher Eindrücke. So aber erstmal nur Arbeitsimpressionen vom schlimmsten Teil der Umbaumaßnahmen:








Wenn unsere kleine Festivalcam mal scharfe Bilder machen würde, dann wären diese auch einmal etwas größer zu sehen. Bis dahin hilft euch die “Briefmarkenoptik” weiter.