Kurz

Ich habe heute mal meine Boodmarks aufgeräumt und meinen Feedreader durchforstet. Dabei habe ich ein paar nette Kurzfilmproduktionen gefunden. Zunächst

One Night Stand von Jack Tew

Nummer zwei im Bunde ist “Waiting for the end of the world” von Lee Deaville

Als drittes gibt es einen Western Kurzfilm namens “The Damage Done” von Rainfall Films

Dann noch der Animationskurzfilm “Fair Trading?” von Joeri Christiaen aus Belgien

Weiterhin Fear/Love von Rob Chiu

Und zuletzt noch ein wundervollles Musikvideo The American Dollar mit “Anything You Synthesize” produziert vom Nierderländer Rogier Hendriks

So jetzt reichts.

(via ticklebooth, kraftfuttermischwerk und vimeo editors pick)

Sommer

webcuts.10 auf der webinale 2010

Keine Ahnung, ob ein “internet film fest” gleichzeitig ein Kurzfilmfestival ist, scheint terminologisch ins Unklare zu führen. Fest steht, dass die webcuts.10 ihren Programmfokus auf Filme gelegt haben, die – so das Reglement – “für das Internet produziert worden sind oder hauptsächlich darin veröffentlicht wurden“. Ob diese nun gleichzeitig Kurzfilme sind, also beispielsweise den 23-Minuten-Rahmen der cellu l’art-Vorgaben nicht sprengen, sei dahin gestellt und spielt eigentlich keine Rolle.

Die Einreichungsreglementierungen vermuten somit in der weiten Welt Filme, die sich hauptsächlich über das Internet transportieren, heißt das somit notwendig, dass diese Filmchen “speziell” für das Internet produziert worden, wie die Kriterien suggerieren? Das macht mich nachdenklich, denn ich ging bisher stets davon aus, dass das Internet für Filmemacher stets nur als ein weiteres und offenbar einfacher zu nutzendes Distributions- und Präsentationsmedium fungiert (wobei ich nun großzügig Filme diverser Agenturen, die vermutlich wirklich nur zu PR-Zwecken für das Internet produziert worden, ausklammere). Doch offenbar sehen die Veranstalter der webcuts ein wenig mehr in dem Begriff des Internetfilms. Wobei die “Internet Film”-Beschreibung aus dem Jahre 2007, die sich dem Thema ein wenig deskriptiv nähert, keine neuen und anderen Erkenntnisse liefert und wenn man da Wort Internet rausstreicht, könnte sowas auch in jedem Imageheftchen eines konventionellen Kurzfilm-Festivals stehen:

“Avantgardistische Grafikexperimente in irisierendem Grün und Lila, Kurzfilme komplett mit Spannungsbogen, 3D-Animation und tragischen Helden oder eine kurzweilige Betrachtung über Musik, ein Elchgeweih und eine Fliege auf einer Vinylscheibe.

Internet Filme faszinieren durch ihre Lebendigkeit, sie zeigen aktuelle Trends in Webdesign und Filmkunst auf und sind von nichtkommerzieller Natur. Sie sind künstlerische Ausdrucksform einer digitalen Generation. Das Internet ist für die Macher der Filme zugleich Spielwiese, Arbeitsplatz und ein schrankenloser kreativer Raum, in dem sie ihre Kunstwerke erschaffen und publizieren.”

Wie dem auch sei. Scheinbar sind die Grenzen zwischen Kurzfilm und Internet Film fließend und es lässt sich nur schwerlich ausmachen, ob ein Internet Film wirklich ausschließlich zur Präsentation im Internet gedacht wurde.

Neben diesen terminologischen Klüngeleien, die vielleicht ausschließlich auf die Verwirrung des Autors zurückzuführen sind, soll hier nun kurz, die Ergebnisse der aktuellen webcuts.10 zusammengestellt werden. Es gab Filme in den Kategorien:

  • Web Dokumentation / Video Reports  - also klassische Dokus
  • Machinima – Echtzeitanimation aus Gameengine
  • Infotainment – Motion-Infographics
  • Gemeinschaftsprojekte – Fokus auf kollaborativen Projekten
  • Webcuts Classic – Animationen
  • Berlin-Award - Fokus liegt auf Projekten aus Berlin und Brandenburg

Aus ca. 250 Einsendungen wurden von einer teils film-, teils web- und teils designaffinen Jury

  • Prof. Ursula Drees – Hochschule der Medien Stuttgart
  • Matthijs Wouter Knol – Programmleiter des Berlinale Talent Campus
  • Ludwig von Reiche- COO von mental images
  • Felix Schrader – Chefredakteur von CREATE OR DIE und verantwortlich für Programm und Konzept der webinale
  • Prof. Eku Wand – Hochschule für Bildende Künste Braunschweig
  • Sven Assmann – Vorsitzender interface!berlin
  • Eckhard M. Jäger – Gründer der Webcuts

wurden nun die Siegerbeiträge ermittelt, die am 1. Juni im ewerk Berlin vorgeführt worden. And the Digital Webkatz trophy goes to:

weiter nach dem Break

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Corridor

Visuell sehr beeindruckend und verstörend. Ein Film über einen Mann der ins Koma fällt. Gedreht animiert von drei Studenten in nur drei Wochen:

(via kraftfuttermischwerk)

SWITCH. A short film by Tyson Hesse

Mit diesem witzigen Film glückte Tyson Hesse der Abschluss an der SCAD.

Between

Mal was deutsches. Es ist irgendwie häufig so, dass nur internationale Kurzfilmproduktionen den Weg ins Netz schaffen, in der Art, dass alle die Filmchen abspielen können. Die meisten professionellen Produktionen der deutschen Filmhochschulen bleiben unter Verschluss und sind entweder nur auf Festivals, gegen Geld oder ab und an bei Arte zu sichten. Ist ja okay, die Filmemacher sollen doch mit ihrer Arbeit auch mal was verdienen.

Trotzdem ist es dann auch mal wieder schön, wenn es eine hochwertige deutsche Produktion ins Netz geschafft hat und allen Internetnutzern zum freien Betrachten freisteht. Dies ist der Fall mit Tim Bollingers Kurzfilmproduktion: “Between”. Die Qualität des Films lässt sich bereits erahnen, wenn man mit einbezieht, auf welchen großartigen Festivals der Film bereits lief: Exground in Wiesbaden, Sehsüchte in Berlin oder bei unseren Backup-Nachbarn in Weimar.

Tim Bollinger ist gebürtiger Wiesbadener und studierte an der HfG Offenbach “Visuelle Kommunikation”. Bei “Between” handelt es sich um seinen Diplomfilm. Der Film ist nur wenig narrativ, sondern spielt experimentell mit visuellen Eindrücken und nutzt zur Realisierung: Stop-Motion-Techniken und einem Haufen 2.5D und 3D-Elementen.

Zur Deutung bleibt zu sagen, dass hier vermutlich versucht wird, die Komplexität der menschlichen Psyche, dem Bilder-Stream verworrener und verwirrender Gedanken ein filmisches Pendant zu geben. Traumartige Sequenzen, die mit der typischen Traumassozität eigentlich nicht zusammenpassen, aber doch nahtlos in einander übergehen.

Der knapp 5minütige Film stammt aus dem Jahre 2008 und ist in 35mm gedreht worden.

Film ab:

[Momentan ist Vimeo offline, sobald die Seite wieder funktioniert, bette ich den Player ein. Alternativ zwei weitere Links:

Between-Website (als mp4 dort anzuschauen)
Link

Nur kurz: Airspace Rebooted

Nachdem der isländische Vulkan den europäischen Luftverkehr zum Erliegen bracht, kann hier seine Wiederauferstehung beobachtet werden. Daten zur Entstehung:

A visualisation of the northern European airspace returning to use after being closed due to volcanic ash. Due to varying ash density across Europe, the first flights can be seen in some areas on the 18th and by the 20th everywhere is open.
The flight data is courtesy of
flightradar24.com and covers a large fraction of Europe. There are a few gaps (most noticeably France) and no coverage over the Atlantic, but the picture is still clear.
The map data is CC-by-SA
openstreetmap.org and contributors.
This CC-by-SA visualisation was produced by
itoworld.com with support from ideasintransit.org

Trotz all dieser Daten im Hintergrund ist das Ergebnis wunderschön.

Elio

Elio from Rob Diaz on Vimeo.

This side up

Technologie ist fies. Das ist klar. Wenn man mit all dieser neuen Technologie wie Internet, Musikdownloads, CDs oder gar mp3s nicht aufgewachsen ist, erschließt sich einen nicht alles. Ich könnte jetzt Geschichten erzählen… zum Beispiel wie ein bereits ergrauter Bekannter meinerseits den Ausschub eines CD-Rom-Laufwerks als einen Kaffeebecherhalter identifizierte. Aufgefalllen war dies als er sich in einem Gespräch danach erkündigte, was man machen können, wenn dieser Halter abgebrochen wäre. Jaja. Technologie und der Dickicht davor.

Der kleine, dreiminütige Animationsfilm von Liron Topaz widmet sich zum Teilen diesem Phänomen. Ein durch mangelnde Haardichte als durchaus in die Jahre gekommener Computernutzer identifizierter Protagonist versucht Musik seines Lieblingskünstlers Elvis herunterzuladen. Zwischen ihm und dem Hörgenuss steht nur die Technologie… und der Ladebalken.

Die kleine Animation ist durchaus gut gemacht für ein Erstlingswerke. Liron Topaz hat auf seinem Blog auch hin und wieder einen Einblick in die kreative Arbeit gegeben und veröffentlichte dort Arbeitsskizzen und Ausschnitte. Es ist schön zu sehen wie die Umwelt der Figur und die Figur selbst entwickelt wurde. Nun aber erstmal This Side Up von Liron Topaz… Film ab:
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Die EU animiert

Am Sonntag ist die Europawahl. Man mag dazu stehen wie man will. Ich will hier nicht werten oder maßregeln. Nur sollte man sich im klaren sein, welchen Einfluss dieses für uns “weit entfernte” und “abstrakte” Parlament im Zusammenklang mit den Mitgliedsstaaten für einen Einfluss auf uns hat. Um die Strukturen zu verstehen, hat die Agentur instant aus Wien eine kleine Animation gebastelt, die in einfachen Schritten das Insitutionengefüge der EU erklärt. Wer sich noch rechtzeitig zur Wahl informieren will, kann die Angebote der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) wahrnehmen. Hier sind die Programme aller relevanten Parteien aufgeschlüsselt und erklärt. Zusätzlich gibt es Informationen zum Wahlsystem, Gesetzgebeungsverfahren, statistische Analysen, Informationen zu Fraktionen und einzelnen relevanten Personen. Ein kleines Schmankel ist der Wahl-O-Mat. Mit diesem kann man seine persönliche Einstellung und Vorstellungen für eine europäisches Zusammenleben mit den Wahlprogrammen der Parteien messen. Zunächst aber erstmal The EU Parliament and the Treaty of Lisbon Visualized. Film ab:


(via computerlove)

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