Bildflimmern.de stammt ja aus Jena. Und ist ein Blog. So ist eine Pflicht auf eine interessante Veranstaltung hinzuweisen. Am 06.06.2009 findet im Jenaer Café Markt 11 die dritter Thüringer Bloglesung statt. Um in dieser Auflage mal nicht den Begriff Blog oder Thüringen in den Vordergrund zu rücken, sonder auf das zu verweisen, um was es eigentlich geht, steht die 3. Lesung unter der Idee: <privates/> – Netzliteratur: Leben in Hypertext. Zwar wird es keine thematische Fokussierung auf eine bestimmtes Thema geben, aber verschiedene Thüringer Blogger und somit auch Autoren werden kleine spannende Geschichten aus dem Leben derselben vorgelesen. An weiteren Programmpunkten wird noch gearbeitet. Für mehr Informationen sollte man die Thüringerblogzentrale aufsuchen… dort entspinnt sich die Diskussion zu den Inhalten.
Der Eintritt ist natürlich frei und jeder der will, kann auch kommen und teilhaben am Leben in Hypertext. Hier die wesentlichen Informationen. Auch Bildflimmern.de wird einen kleinen Beitrag leisten, indem der Autor dieses Textes hier versuchen wird durch den Abend zu führen und ein klein wenig über die Mechanismen von Netzliteratur zu sprechen. Wir werden sehen.
Blogs, die lesen wollen, sind (sozusagen als Programm):
Gefunden beim Stylespion. Ein wirklich kurzer Kurzfilm vom Chris Milk. Der Film war ein Beitrag für das Ultrashortfilmfestival 42×42 in Beijng. Es kam darauf an in 42 Sekunden mit 42 Bildern 42 Visionen und Träume zu sehen. Chris Milk, der einigen als Musikvideo-Regisseur, z.B. für Gnarls Barkley, bekannt sollte, produzierte den Film wieder mal (Gott, hatten wir das in der letzten Zeit häufig) mit einer Kamera (Canon EOS 5D) und einen speziellen Objektiv (Lensbabies). Film ab:
Streng nach Definition sind Musikvideos auch Kurzfilme. Sind vor allem eins: kurz. Und das wars dann meistens auch schon. Die meisten Musikvideos, die auf bei den gängigen TV-Stations gespielt werden, besitzen jedoch nichts, was sie weiterhin (außer der eben angesprochenen Kürze) zu einem Kurzfilm macht. Sie präsentieren eigentlich nur den Star… poppig, hochglanz und zumeist sexy.
Ab und an treffen aber Musik und Film auf eine Weise zusammen, die diesen Rahmen sprengt. Ich denke da an Chris Cunningham, der mit Björk oder The Horrors meine Musikvideowelt verändert hat. Heute fand ich die das Video zur ersten Singleauskopplung von “Fever Ray”. Hinter dem Projekt steckt Karin Dreijer Andersson, die einigen eventuell aus Bands wie The Knife oder auch Honey is cool noch bekannt sein sollte. Mit ihrem aktuellen Soloprojekt und Debüt “Fever Ray” hat die junge Schwedin etwas ganz besonderes aus der Taufe gehoben… nicht nur musikalisch, sondern auch optisch spricht das erste Video “If I Had A Heart” alles an: mythologisch, morbide düster… im Gesamten einfach wundervoll. Film ab: (weiterlesen…)
Ein von mir gern gelesenes Filmkritikblog hat das “cellu l’art X” besucht und dazu eine doch durchaus umfangreiche und gottseidank recht gute Kritik geschrieben… aber lest selbst: Lutz a.k.a. Luzifus über das cellu l’art X
Das internationale Filmstudio Motion Theory “is redefining the production industry through a combination of creative development, filmmaking, and innovative visual effects. Dabei versucht man Filmemachern, Autoren, Visual Effects Artists, Animatoren, Designern usw. ein kollaboratives Netzwerk bereitzustellen, so dass der Kreativität keine Grenzen gesetzt sind. Jenseits der reinen Kunst versucht man auch ein effektives Modell komerzielle Videos, Werbeclips usw. zu bieten. Die Auszeichnungen sprechen für sich.
Ein aktuelles Projekt sind short movies (okay seien wir ehrlich Image-Filme) für den Google Browser “Chrome”. Das Studio Motion Theory beteiligte sich dabei an diesem Projekt wie auch 10 weiter Animateure bzw. Animationsstudio. Die Ergebnisse hat Google nun in einem Youtube-Channel zusammengestellt. 11 interessante Animationsfilme sind dabei zustande gekommen. Hier nun der Film einer anderen Agentur:
Schon mal gefragt, ob jemand mitliest, wenn du gerade einen Kommentar unter den neusten Kurzfilm auf bildflimmern.de geschrieben hast oder ob jemand mitloggt, welche Videos du dir bei youtube, vimeo etc. ansiehst? Ganz ehrlich bist du dir wirklich sicher, dass dies niemand macht oder in Zukunft machen wird?
Letzteres kann seit einigen Wochen nicht mehr ausgeschlossen werden. Denn die Bundesregierung plant unter dem Vorwand der Bekämpfung der Kinderpornographie, Internetseiten vom BKA indizieren und gegebenenfalls von den Providern sperren zu lassen. Diese Ermächtigung einer einzelnen Institution ist zwangsläufig unkontrollierbar und ebenso undurchsichtig. Desweiteren ist dies zur Bekämpfung der Kinderpornographie im Internet auch kein probates Mittel. Die reine Logik verrät, dass eine einfache Sperrung und Unzugänglichkeit für den gemeinen Internetsurfer mitnichten verhindert, dass Kindern und Jugendlichen solch’ ein unermessliches Leid angetan wird. Wer sich weitergehend zu diesem Themen: Kinderpornographie im Internet, den geplanten Gesetzentwurf sowie den Konsequenzen einer solches Eingriffes in die persönliche Freiheit jedes einzelnen informieren möchte, sei an netzpolitik.org und den CCC verwiesen.
Um den Unwillen über dieses geplante Gesetzesvorhaben zurück auf den Tisch der Parlamentarier zu bringen, ist im Onlineportal des Bundestages eine epetition gestartet worden, die in den ersten 36 Stunden von über 20000 Menschen unterzeichnet wurde. Bis zum 16.06.2009 müssen 50.000 Mitzeichner zusammengekommen sein, damit die Petentin Franziska Heine mit ihrem Antrag in einer öffentlichen Sitzung des Petitionsausschusses gehört werden kann. Es ist nur ein Anfang, aber immerhin ein beginnender Widerstand für das Recht und die Freiheit auf deren Basis Blogs und Internetseiten wie bildflimmern.de aufbauen.
Freie Meinungsäußerung und absolute Informationsfreiheit sind für eine demokratische Gesellschaft unabdingbar wie auch der heutige Kurzfilm von David Scharf von der Fachhochschule Augsburg vermitteln will. In Form eines Lehrfilms berichtet der Filmemacher in einer quirrligen Animation über die möglichen und schon gegenwärtig eingesetzten Technik zur Überwachung von Kommunikationswegen, Flughäfen und Personen im Allgemeinen. Dabei verweist er darauf, dass Gesetze, die im Zuge der Terrorbekämpfung nach dem 11. September 2001 erlassen wurden, offensichtlich auf etwas bestimmtes abzielen: die Staaten wollen immer mehr Kontrolle über die Bürger bekommen. David Scharf studiert an der FH Augsburg mit den Schwerpunkten Medien und Animation. Der Film gewann EmergeAndSee-Festival in Berlin den ersten Preis. Film ab:
Seit 2005 gehört John Knautz Film “Still Life” zu den Klassikern des verstörenden Kurzfilmkinos. Der College Student Nathan Evans kämpft während einer langen Autofahrt gegen den Schlaf. Für ein kurzes Päuschen nutzte er eine Kleinstadt. Als er jedoch anhält, muss er feststellen, dass alle Menschen dieser Stadt Schaufensterpuppen sind. Einigermaßen verwirrt beginnt die Verstrickung mit morbidem Ausgang.
Die kanadische Produktion aus dem Jahre 2005 verwirrt dabei mit kleinen Anlehnungen an Twilight Zone und zwingt den Zuschauer in einen Trip, bei dem die Puppen lebendig zu scheinen werden. Die kleine Produktionsfirma “Brookstreet Pictures” realisierte zusammen mit John Knautz und einer Menge Mannequins diese Produktion (gedreht auf 16mm). Auf deren Seite kann sowohl der Cast, die gewonnenen Preise – u.a. Montreal, Calgary und zahlreiche amerikanische Horror- und Sci-Fi-Genre-Festivals – als auch das Script des Films selbst eingesehen werden. Ansonsten nur noch Film ab: (weiterlesen…)
Kurzfilme, die mit einer Fotokamera erstellt wurden, hatten wir ja schon einmal. Notto Sento hieß der Film damals. Mit Lost and Found von Filip Piskorzynski haben wir wieder so ein Werk. “Gedreht” mit einer Nikon D3 mit 11 Bildern pro Sekunde entsteht diese bezaubernde Optik… unglaubliche Schärfeverläufe, schöne Farben und die ruckelige, verstörende Bewegung.
Lost and Found zeigt die Konsequenzen, Sinnlosigkeit und Leere, die beim Verlust eines geliebten Menschen entstehen. Wenn einfach Pläne abreißen, das Leben aber weiterläuft und trotzdem irgendwie alles anders ist. Vor allem man selbst ist allein in dieser neuen Situation. So bleibt der Film auch optisch im Fluss. Die Protagonistin Eve Dufaud ist weiter auf der Suche nach dem Geliebten, indem sie versucht die Plane weiterzuverfolgen, die vor dem Schicksalsschlag gefasst wurden. Wo ist er?… Die fotografierten Bilder sind zum Teil großartig. Durch die geschickte Anwendung von sphärischen Landschaftsaufnahmen und Detaileindrücken der Natur im letzten Drittel des Films gelingt es, die anfangs des Kurzfilms in den Untertiteln angekündigte Angst und Panik beim Verlust der Liebe beklemmend im Bild darzustellen. Der Film besitzt viele schöne Details, die Darsteller agieren trotz der quirreligen Stopmotion-Optik überzeugend und mit der bewegenden Story steht dieser Film einen auf normalem Filmmaterial gedrehten Werk in Nichts nach.
Der achtminütige Film bewegt optisch wie inhaltlich. Das Multitalent Filip Piskorzynski, der nicht nur im Bereich des Bewegtbildes zu Hause ist, zeigt auf seinem Portfolio polaroidface aber noch mehr: Musik, Fotografien und zahlreiche visuelle und audiovisuelle Projekte kann der Filmemacher, Fotograf und Musiker in seiner Karriere verbuchen. Wir sind gespannt auf kommende Projekte. Jetzt aber erstmal Film ab: (weiterlesen…)
Mit einem gewissen Stil, mit einem gewissen Sound kriegt man mich immer, auch wenn der Film erzählerisch einige Schwächen ausweist. Doch manchmal recht es eben doch nicht. So geschehen bei Matt Daniels Numb. Der amerikanische Fotograf und Filmemacher Matt Daniels, der auch wundervolle Musikvideos drehen kann (so z.B. die Visualisierung von Damien Jurados1 “Caskets“) hat mit Num einen Kurzfilm gedreht, der die Grenzen zwischen Realität und Animation einmal nicht auf inhaltlicher Ebene bricht, sondern vielmehr in der Gestaltung der Szenerie. So vermischen sich Trickanimation mit Realfilm und geben eine beklemmende Symbiose. Die Handlung ist konzentriert auf die kleine Sophie, gespielt von Emma Bake, die bei ihrem etwas seltsamen und gleichzeitg unheimlichen Onkel Algernon (Clayton Corzatte) eine neues Leben beginnt. Bald schon muss sie sich der Puppenvernarrheit ihres Onkels beugen.
Die Idee ist interessant aus einer surealen und künstlichen Welt in die realistische, aber auch gleichzeitig seltsame Szenerie des Hausen, zu wechseln. Manchmal krankt der Film an der technischen Umsetzungen. Sind doch die Figuren zu schlecht ausgeleuchtet bei den “Außenaufnahmen”. Auch der Plott selbst birgt Möglichkeit zu Kritik. Gelingt es Matt Daniels doch nicht aus den Figuren mehr zu machen als typische Rollen, die man so schon in ähnlichen Varianten in anderen Filmen gesehen hatte. Trotzdessen erhielt der Film einige Auszeichnungen bei amerikanischen Kurzfilmfestivals so in Seattle oder auch Palm Springs.
Alles in allem zwar ein kurzweiliger Film, der ab durchaus seine Stärken hat (den pathetischen Schluss einmal ausgeklammert. Viel Spaß mit Matt Daniels Numb. Film ab. (weiterlesen…)
Dieser hat nebenbei noch das beste Folk-Album des letzten Jahres mit “Caught in the Trees” herausgebracht ↩
Es sind ja wieder Kurzfilmtage in Oberhausen. Grandioses Programm. Hochwertige Filme und darunter auch einer meiner Videoclips. Visuell toll verstörend. Wolfgang Jaiser and Claus Winter geben “Videotape” von Radioheads in Rainbow ein Bild. Film ab: