Flensburger Kurzfilmtage 2009

Der Trailer der Flensburger Kurzfilmtage 2009 ist herausgekommen. Er ist nicht wie sonst üblich mit einer Filmkamera gedreht worden, sondern – wie bei bildflimmern.de bereits mehrfach vorgestellt wurde – mit einer digitalen Spiegelreflexkamera mitsamt Videofunktion. Und wieder gibt es ein schönes Beispiel für atmosphärische Bilder, die Lust auf das Medium Film machen. Wundervoll ist auch die Integration von Typographie gelungen (vgl. 1:29 min.), wenn auch Teile der Schrift und somit Informationen viel zu klein dargestellt sind.

Die Flensburger Kurzfilmtage ist wie das cellulart eine auf vereinsstrukturen basierender Kurzfilmwettbewerb (als Mitveranstalter gilt aber ebenso die Fachhochschule Flensburg), der sich auf Filme aus dem deutsch- und dänischsprachigen Raum spezialisiert hat und in diesem Jahr noch einen Animationswettbewerbsblock “tricky” anbietet. Weiterhin gibt es ein internationales Kinderkurzfilmprogramm speziell für Schulklassen.

Für die Kurzfilmtage 2009 vom 18. – 21. November wurde eine spannendes Programm zusammengestellt. Darunter ist beispielsweise unser Publikumspreis 2009 Hundesöhne von Lena Liberta, aber auch die anderen Kurzfilmproduktionen versprechen anregende Kurzfilmtage.

Hier der Link zum Programmheft: pdf (2,8 MB)

Der Trailer… Film ab:

Nasty Old People

Kennt jemand den Begriff CC-Filme? Oder besser… kennt jemand den Begriff CC?. CC ist das große Monstrum, das seit einigen Jahren im Internet wütet. CC steht für Creative Commons. Darunter wird allgemein das Unterlaufen der bisherigen und konservativen Lizenzverträge verstanden, die für die meisten kreativen Produkte, sei es in Text, Bild, Audio oder Video, gelten. Die Autoren und Produzenten von Kulturgütern mit CC stellen somit das eigene Werk mehr oder minder zur freien Verwendung bereit. Natürlich gibt es da Abstufungen. Mithilfe der Faktoren Namensnennung, Art und Weise der Weitergabe (gleiche Bedingungen oder nicht, Bearbeitung erlaubt oder nicht sowie die Unterteilung, ob das Werk kommerziell oder nicht kommerziell genutzt werden soll, sind dem Kreativen Möglichkeiten in die Hand gegeben, ihr Werk verbreiten und zu bestimmen, was damit geschehen soll bzw. inwieweit es erlaubt ist, diese zu nutzen. Mehr dazu auf dem deutschen CC-Portal.

Creative Commons

Creative Commons

Was sich da für Fotos, Texte und in zunehmenden Maße auch für Musik entwickelt hat, gilt natürlich uneingeschränkt auch für Filme und Videomaterial. Nur scheint das Audiovisuelle doch etwas hinterherzuhinken, so dass aktuelle Filme, die unter CC veröffentlicht werden, doch einen gewissen Seltensheitwert unterliegen. Mit dem schwedischen Independentfilm Nasty Old People haben wir aber mal einen Vertreter der Art finden können.

Nasty Old People handelt von Mette, die Mitglied in einer Neonazi-Gang ist und als Altenpflegerin arbeitet. Ihre Pflegepatienten – vier sehr seltsame Charaktere – warten zwischen Demenz und Wahnsinn nur noch auf den Tod. Zu Anfang des Filmes lässt Mette diesen sozialen Aspekt ihres Lebens nicht sonderlich auf sie einwirken. Ihr Umgang mit diesen zeugt von wenig Mitgefühl. Als sie in einer wirren (wirklich wirr!) Nacht ihres “Doppellebens” einen älteren Mann bewusstlos schlägt, realisiert sie, dass auch ihre Patienten Respekt und Liebe ersehen. Ihr Umgang mit diesen und ihre Einstellung ändern sich.

nasty

Der schwedische Film (ja, es gibt deutsche Untertitel) ist mehr als nur ein Mileustudie, sondern exempliert ein wichtiges Problem in unseren modernen Gesellschaften. Der Umgang mit alten Menschen bei gleichzeitigem Respektsverlust durch die Jugend. Die drei Filmemacher, Mattias Hildingh, Jon Persson, Martin Lang haben trotz des extrem geringen Budgets einer non-profit-Produktion eine spannende Ästhetik und schöne Bilder produziert. Ach so… es ist ein Langfilm.

Trailer:

Der Film kann kostenlos heruntergeladen werden:

Mehr Informationen auf dem Produktionsblog.

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