// lutz

Interview mit Gerd Reda: “Die Pornofantasie kippt ins Gegenteil”

Gerd Reda Herrmann cellu l'art 2013

Im Wettbewerbsblock III unter dem Motto “… Und nun zu etwas Terror” (läuft heute noch einmal 20 Uhr) sorgte der Film “Herrmann” um die Rache zweier Frauen an einem mutmaßlichen Vergewaltiger für Furore. Ein Grund, einmal mit Regisseur Gerd Reda darüber zu sprechen.

Gerd, wie kam es zur Idee für den Film?

Ich war früher Filmvorführer in einem Arthouse-Kino und habe dort eine Filmreihe mit japanischen Exploitation-Filmen gezeigt. Bei der Recherche zu einem Double Feature mit Pink-Filmen fielen mir sehr viele in die Hände, in denen Frauen gequält wurden, aber nur zwei, in denen das für Männer der Fall war. Da kam ich auf die Idee, einen Film zu machen, wo Frauen nicht nur Opfer sind, sondern das Verhältnis ambivalenter ist.

Welche Reaktionen wolltest du mit “Herrmann” hervorrufen?

Ich will beide Geschlechter zum Nachdenken anregen mit einem mulmigen Gefühl, welches sich beim Schauen des Films einstellt. Jeder sollte sich fragen, was tief in ihm oder ihr vergraben liegt. Bei Frauen soll sich die Unsicherheit manifestieren, was passiert, wenn Männer etwas „zurückbekommen“  und Männer sollten auch ihr eigenes Handeln reflektieren.

Protagonist Herrmann lebt in einer realistischen Welt, die Frauen in den Latexanzügen rächen sich an ihm in einer künstlichen, sterilen. Hast du dies stilistisch bewusst eingesetzt?

Ja, denn ich wollte mit den Klischees brechen. Bei Vergewaltigung denkt jeder an einen dunklen Keller. Ein weißer Raum oder die Farbe Weiß wird eher assoziiert mit der Welt der Engel und der Unschuld, dies wird auf den Kopf gestellt. Auch mit Pornoklischees wird gespielt: Latex hat immer etwas Sexuelles, doch diese Pornofantasie, die in „Herrmann“ aufgegriffen wird, kippt ins Gegenteil.

Wie gefällt es dir als Gast auf dem cellu l’art?

Ich finde das wahnsinnige Engagement beeindruckend und was hier auf die Beine gestellt wurde. Leider zeigt die Presse nicht so viel Resonanz, das ist sehr schade. Jena ist auch eine schöne Stadt – und das ist nicht geschleimt, das meine ich wirklich.

Gerd, vielen Dank für das Gespräch!

// lutz

Wie im Kino! – Heute 20 Uhr “Tierisch bekloppt”

Oh Sheep Wettbewerb cellu lart 2013

Heute starten wir 18 Uhr in den Festival-Tag. Dann wird der Wettbewerbs-Block IV unter dem Motto “Begegnung – Uhrwerk Mandarine” in der Villa am Paradies gezeigt. Doch noch skurrilere Kurzfilme haben wir für euch für 20 Uhr aufgehoben, wenn der Wettbewerbs-Block Nr. V über die Leinwand in der Villa am Paradies flimmert. Dann heißt es nämlich “Tierisch bekloppt” unter anderem mit der Animation ”Oh Sheep” von Gottfried Mentor, in welchem Schafe ihren Hirten beweisen, dass sie doch viel cleverer sind.

Villa am Paradies Foyer cellu lart 2013

Doch nicht nur das. Wie es sich für ein Kino gehört, haben wir auch einen Infodesk zu bieten, von wo aus wir euch (und durch soziale Netzwerke die ganze Welt) mit aktuellen Informationen zum Programm versorgen. Zum Beispiel, dass unser Wettbewerbsblock II gestern um 20 Uhr ausverkauft war oder dass sich die Fachschafts-Party “Wie im Film” aufgrund von ein paar technischen Problemen um ein paar Minuten verschoben hat. Den rund 250 Gästen war das allerdings egal. Im Gegensatz dazu kam unsere Popcornmaschine allerdings sehr gut an.

Wie es bei uns zugeht, wenn es mal etwas ruhiger ist, seht ihr oben.  Und hier nach dem ganzen Vorgeplänkel nun der Trailer für den Wettbewerbs-Block V “Tierisch bekloppt”. Wie im Kino eben.

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// lutz

Es geht los! – Heute und in einer Woche

Cold Star Kai Stänicke

Kommende Woche Dienstag eröffnen wir ab 20 Uhr das 14. Kurzfilmfestival cellu l’art mit einem Open Air am Faulloch. Doch bis dahin müssen noch die letzten Vorbereitungen getroffen werden. Was passt dazu also besser als ein Kurzfilmabend unter dem Motto “Warm Up”, zu dem wir euch heute ab 21 Uhr (Einlass: 20.30 Uhr) abermals in die große Tonne des Rosenkellers einladen.

Was zeigen wir euch? Das soll zwar im Detail unser Geheimnis sein, doch werden wir an Leibesertüchtigungen nicht ganz vorbeikommen. Einer der Beiträge wird “Cold Star” von Kai Stänicke sein, der Kurzfilm und Musikclip in einer farbenfrohen und schrillen Mixtur miteinander verknüpft. Wir wünschen euch viel Spaß!

 

 

// lutz

Viennale 2012 – Der Trailer

Österreichs größtes Filmfestival in Wien lädt dieser Tage dazu ein, mit ihm sein 50-jähriges Bestehen zu feiern. Seit 25. Oktober und noch bis 07. November hat man noch die Möglichkeit, neben den Langfilmen auch wieder den sporadisch vorgeschaltenen Viennale-Trailer zu sehen.

Nachdem im vergangenen Jahr Hollywood-Legende David Lynch (“Mulholland Drive“) den (sehr verstörenden) Trailer beisteuerte (hier zu sehen), war es zum Jubiläum der französische Film-Essayist Chris Marker (“Sans Soleil“), der inzwischen verstarb. Herausgekommen ist eine beeindruckende Collage aus Schnipseln der Filmgeschichte mit merkwürdiger Pointe, doch seht selbst:

// Bettina

… das Leben nach dem Festival.

Das war unser 13. Kurzfilmfestival Cellu l´art. Wir hatten grandiose Spielorte, super Acts, tolle Fotoausstellungen und Kurzfilme aller Art. Doch dies alles wäre nicht möglich gewesen ohne uns – das Cellu l´art Team.

Einige Danksagungen an Teammitglieder wurden bereits während der feierlichen Preisverleihung von der Bühne aus verkündet. Aber dies waren bei Weitem nicht alle! Jeder von uns hat einen Beitrag zum Festival geleistet, doch noch ein besonderer Dank geht an Sabrina Karg und Tim Wende die HDs der Programmatik, sowie Erik Weber! Ihr habt so viel geleistet – ohne euch wäre dieses Festival nicht das gewesen was es schlussendlich war. Wir sind stolz auf euch und danken euch unendlich!

Damit aber keine Leistung vergesen wird, sind hier alle Mitwirkenden: Ich fordere zu einem mentalen Applaus für jeden Einzelnen auf:

Julius Wirsching, Manuela Lindig, Martin Schneider, Kirsten Münch, Susan Kuhne, Kolja Linowitzki, Jakob Mann, Nele Wolkas, Christine Domgören, Lara Eikenbusch, Christoph Matiss, Rabert Wagner, Jenny Knorr, Katja Richter, Matthias Boden, Andreas Neumann, Lutz Garnert, Marcus Kaupert, Vanessa Werner, Florian Goldmann, Hanna Tamm, Sabrina Karg, Tim Wende, Erik Weber, Steven Naumann, Philipp Schumann, Hanna Döring, Julia Gabe, Ulrike Janetzki, Melanie Schraml, Sarah Maulhardt, Nadine Höhne, Janina Fischer.

Inoffizielle “Cellu l´arts” sind nun: Timo Becker, Rami Al-Lahham und unser Fotograph Daniel Ludwig Schöpfer. Danke fürs Mitwirken!

… und nun geht unser Leben weiter. Der Alltag tritt vorerst wieder ein. Wie das ganze dann aussieht könnt ihr euch in dem Kurzfilm “Alarm” (Jang Moo Hyun, 2009) anschauen.

Wir hoffen euch hat das Festival genau so gefallen wie uns und ihr freut euch schon auf nächstes Jahr! Wir brauchen jetzt erst einmal Urlaub. Aber seht doch selbst:

// Bettina

Preisverleihung und Partyalarm – was will man mehr?

Heute findet im Volksbad unsere feierliche Preisverleihung von 20-23h statt! Zu Gast ist natürlich auch unsere Jury (Foto: gestern im Schillerhof).

Im Anschluss gibt es wie gestern wieder unsere After- Film- Party! Ab 24h wird gefeiert mit: Robert Bodil, Daniel Schwarz und Stanley Schmidt.

Hier noch mal ein kleines Kurzfilmchen aus dem gerade laufenden Block “Wasser und Wellen”. “En la opera” hat unser Team beim Screening sehr erfreut. An dieser Stelle möchte ich das Team grüßen – auf einen weiteren super Abend!

Wir freuen uns auf euch! Weitere Infos findet ihr hier.

// Bettina

Gestern: Die vorletzte Reise ins ferne Südkorea

Im Schillerhof lief gestern unser Länderschwerpunkt Block “Wellen und Welten”. Am Sonntag könnt ihr von 19.00h bis 21.30h ein “Best of” von den Südkoreanischen Kurzfilmen sehen, die ihr ausgewählt habt. Außerdem bekommt ihr dann noch einmal die Gelegenheit unsere Fotoausstellung im Schillerhofcafé anzuschauen (Bild oben).

Wir hatten außerdem gestern die Ehre unseren Kurator Rami Al- Laham (Foto) bei uns zu haben. Nach den drei Filmblöcken, die bis jetzt in unserem Festival gezeigt wurden, treten hier und da schon einige Fragen auf. Nach einem intensiven Gespräch über kulturelle Hintergründe und die koreanische Filmszene schienen die Filme einem gleich viel näher zu sein.

Wir hoffen euch hat es genauso gefallen wie uns.

Noch einmal einen großen Dank an das Schillerhof Team, welche uns nicht nur bei der Technik immer zur Seite steht. Auch danken wir unseren großartigen Wettbewerbsjury die gestern ebenfalls im Schillerhof anwesend war.

Hier noch einmal der Trailer für euch von “Just friends” – Der Film bei dem am Meisten gelacht wurde. Viel Vergnügen!

// Bettina

Schmeißt die Möbel aus dem Fenster wir brauchen Platz zum dancen…

Heute Abend ab 24:00 Uhr PARTY im Volksbad! Wenn ihr vorher den Block “Tod und Turbulenzen” besucht könnt ihr kostenlos zur Party bleiben (Blockticket 5-6 Euro). Ansonsten kostet euch der Eintritt 3 Euro.

Euch erwarten: genüssliche Cocktails, Bier, eine entspannende Lounge und besondere Musik. Die DJs “Schleck^Stecker” werden euch ordentlich einheizen. Dann bringt euch “DJ Phil Morgan” zur tänzerischen Eskalation.

Der Block geht heute in die zweite Runde – der Kurzfilm “Las Palmas“(2011) von Johannes Nyholm, bietet euch einen kleinen Vorgeschmack. Auf den den turbulenten Tod … und unsere Party!

Viel Vergnügen beim Sehen und bis heute Abend!

// lutz

Filmemacher anwesend! Timo Becker von “Mädchenabend”

Gestern abend um 22 Uhr lief er noch einmal, sein Film “Mädchenabend” im Wettbewerbs-Block I “Lust und Laster”: Timo Becker. Da es in seinem Film um rüstige Renterinnen im Striplokal geht, hatten wir entsprechend viele Fragen an ihn.

Timo (hier rechts) wurde von Robert und Vanessa mit reichlich Fragen gelöchert, unser Fotograf Daniel lichtete sie ab. Fürs eifrige Knipsen möchten wir uns an dieser Stelle ganz herzlich bedanken! Für alle, die diesen Block leider trotz Dppelauswertung verpasst haben, könnt ihr hier noch einmal den Trailer zu “Mädchenabend” sehen:

Mädchenabend Trailer HD from Timo Becker on Vimeo.

// Bettina

Blut, Geschrei, Verwirrung und Tod.

Unser gestriger Block “Nacht und Nebel” im Schillerhof hatte es in sich. Während der Kurzfilme war unser gut besuchter blauer Saal fast durchgängig am Murmeln. Wenn man sich umschaute sah man große, aufgerissene Augen und hier und da Hände vor dem Gesicht.

Südkorea. Ein Land mit vielen Fassetten, vor allem deutlich gemacht in unserer Kurzfilmauswahl. Wie weit kann man gehen? Bei uns kam man bis jetzt im Länderschwerpunkt vom Lachen ins Staunen, von Verwunderung zu Verwirrung und von Entsetzen bis hin zur Sprachlosigkeit. (Foto aus: “Modern Family” von Kim Kwang-bin, 2011)

Eine subtile Unruhe und unerwartete Gewaltausbrüche – wie lässt es sich damit umgehen? Genau dies wird unser heutiger Gast im Schillerhof uns beantworten. Unser Kurator Rami Al-Laham steht nach unserem heutigen Block “Welten und Wellen” für Fragen zum Thema “Südkorea” Rede und Antwort. Er hat uns bei unserem Länderschwerpunkt bereits viele Anregungen gegeben, kulturelle Fragen beantwortet und uns mit Fotos und Filmen versorgt. Auf seiner Homepage findet ihr weitere Infos zu allem was das koreanische Herz begehrt.

Was erwartet euch heute Abend noch? Ein weiterer Film von dem Animationskünstler Erick Oh. Er beschreibt sich selbst mehr als Künstler, nicht als einen Filmemacher. Seine Filme wurden bereits mehrfach ausgezeichnet und bei uns seht ihr heute seinen Film “Communicate“(2008). Damit es aber weiterhin spannend bleibt hier ein anderes Werk: “Symphony“(2008) – der Versuch gegen die Masse anzuschwimmen.

Wir wünschen euch ein wunderbares Sehvergnügen für den heutigen Tag. Und nach dem langen Sitzen im Kinosaal, steigt heute Abend unsere erste After- Film- Party im Volksbad! Viel Spaß!