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29. interfilm-Festival Berlin: Ein Auftakt zum Verlieben

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Die Berliner Luft, wie hab ich sie vermisst! Besonders im November, dem Monat des Kurzfilms, ist ihr angenehm kalter Hauch von wohltuender Klarheit und Zeichen der vielleicht schönsten (Kurzfilm)Tage meines Jahres.

Ja, unser gestriger Auftakt beim interfilm-Festival in der Hauptstadt hatte schon wieder einiges von jener Schönheit und Romantik, die man sich als Kurzfilm-Liebhaber wünscht. Umso passender war da nur das erste Programm „Liebesspiele“ aus dem Internationalen Wettbewerb.

An dieser Stelle auch gleich ein großes Dankeschön an die lieben interfilm-Kollegen im Babylon, die uns auch (noch) ohne Akkreditierung hineinließen und uns so einen filmisch wie emotional tollen Festivalauftakt ermöglichten!

Wir sahen ein Filmprogramm so poetisch, schön und humorvoll, dass das Lächeln auf dem Gesicht ein Begleiter bis (mindestens) in den Schlaf bleibt. Hier ein paar Eindrücke:

Ein Mann stürmt aus der Kirche, lässt die Frau im weißen Kleid sitzen, hetzt zum Flughafen, um der Frau, die er wirklich liebt seine Gefühle zu offenbaren. Beide fallen sich in die Arme und küssen sich. Ein Happy End. Dann kommt der Abspann – und was kommt danach? Dieser Frage stellt sich der australische Film „After the Credits“ von Josh Lawson und deckt dabei auf, dass es eben nicht so einfach ist, trotz der ganz großen Liebe, Flugtickets zu stornieren und bereits aufgegebenes Gepäck wiederzubekommen.

Timothy Reckart gelingt es mit seiner wunderschönen Stop-Motion-Animation „Head Over Heels“ die Schwierigkeiten der Liebe im Alter ohne Dialoge und gerade deshalb umso eindringlicher vor Augen zu führen. Außerdem beweist der Film mal wieder, wie viel Leben und Wahrhaftigkeit dank der handwerklichen Brillanz seiner Macher in Knetfiguren stecken kann.

Hier gibt’s den Film in voller Länge:

Und dann wäre da noch ein alter Bekannter aus den Niederlanden. Bert Hana, Hauptdarsteller des 2012er cellu l’art-Gewinners „Suiker“, ist Protagonist in „97%“ von Ben Brand und zeigt mit dem ständigen hektischen Blick auf sein Smartphone einen der Schwerpunkte des 29. interfilm-Festivals auf: Social Media ist (spätestens) 2013 auch im Kurzfilm allgegenwärtig.

Berauscht von so viel Liebestaumel am ersten Abend freuen wir uns umso mehr auf heute. Bis später!

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