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cellu l’art 2012: Der krönende Abschluss

Die Preisverleihung ist gestern zuende gegangen. Heute ab 18 Uhr werden sie alle zusammen in der „Preisträgerrolle“ noch einmal im Volksbad zu sehen sein. Um 19 Uhr werden im Schillerhof die besten Filme des Länderschwerpunkts aus dem Filmland Südkorea zu sehen sein, welche das 13. cellu l’art beschließen.

Bevor es soweit ist, möchten wir euch allerdings unsere „B-Sides“ nicht vorenthalten. Darin sind um 15.30 Uhr im Volksbad parallel zur Preisverleihung im Fotowettbewerb alle Beiträge unserer 312 Einreichungen zu finden, die es nur knapp nicht in unseren internationalen Wettbewerb geschafft haben.

Auch „Das mongolische Mädchen – mit der Tüte voller Glücksgefühle“ wird dabei zu sehen sein. Wir sprachen mit der anwesenden Regisseurin Tatjana Kleut über Tristesse in Brandenburg und tragische Schicksale.

Wie bist du auf deine Protagonistin gekommen?

Lucky ist eine langjährige Freundin von mir, schon aus Kindertagen. Ich habe ihre Lebensgeschichte also hautnah mitbekommen und wollte eine Geschichte aus Brandenburg erzählen. Es geht um das Prinzip „Rette sich, wer kann“, um Perspektivlosigkeit, Arbeitslosigkeit und Drogen, von denen auch meine Protogonistin nicht wegkommt.

Du zeigst in deinen Film in einigen Szenen, wie die Protagonistin Lucky tanzt, dann lässt du sie wieder unkommentiert sprechen – ein bewusst eingesetztes Stilmittel?

Ja, einerseits habe ich versucht, Lucky mit Stichworten und Fragen in eine Richtung zu lotsen, allerdings wollte ich keine kritische Auseinandersetzung, sondern sie einfach auf ihrer Ebene sprechen lassen. Sie war dabei sehr ausdrucksstrak und kontrovers. Und hier liegen bei ihr auch einige Widersprüche: einerseits ist sie kaum emotional, andererseits sensibel in ihren Träumen und Denkweisen. Diesen Kontrast wollte ich mit den losgelösten Tanzszenen, die auch zu ihr gehören, verdeutlichen.

Was war der Ansatz hinter deinem Film, was willst du mit ihm bewirken?

Es ist inzwischen 15 Jahre her, seit Lucky nach Deutschland kam – was hat sich seitdem geändert? Brandenburg steht still, ist kulturell, wirtschaftlich, sozial und menschlich abgesackt. Und das sieht man deutlich an ihrem Schicksal.

Was sind deine nächsten Projekte?

Ich arbeite derzeit an einen Dokumentarfilm über den Jugoslawienkrieg und bin mir noch etwas unsicher über die Herangehensweise. Mir geht es darum, zu zeigen, dass jeder der verschiedenen Bevölkerungsgruppen dieselbe Schuld trägt und ich will klarer machen, was genau passiert ist.

Vielen Dank für das Gespräch!

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