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Wehtun muss es: 34. Max Ophüls Preis 2013 – Teil 3

Ein Beitrag von Alice.

Der Kurzfilmblock „Pussy Riot“ beim Filmfestival Max Ophüls Preis war nichts für zartbesaitete Gemüter. Frauen wehren sich gegen Gewalt. Und wie? Mit Gewalt. Das war die traurige Antwort der Filmemacher. Wenig originell, dafür abgeschnittene Gliedmaßen, Vergewaltigung und Blutrausch, die einen Herren in der dritten Reihe zum vorzeitigen Verlassen des Saales veranlassten. ‚Schade eigentlich, hätte ich jetzt auch ´was Schönes sehen können in der Zeit‘, war der erste Gedanke, als ich nach eineinhalb Stunden mit roten Ärgerflecken im Gesicht vor dem Cinestar nach frischer Luft schnappte. Gefolgt von Fatalismus: ‚Gut, ich kann ja nicht nur Glück haben. Ganz normal, dass auch mal was schlechtes zu sehen ist.‘ Und dann ging es richtig los im Kopf.

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Vor allem der schonungsloseste Rachefilm „Herrmann“ von Gerd Reda ließ mich nicht los. Ein Mann verabschiedet sich von der Ehefrau, macht sich auf den Weg zur Bandprobe, wird auf der Straße gekidnappt und anschließend in einem ästhetisch ausgeleuchteten Keller von zwei Frauen in weißen Latexanzügen mit Umschnalldildos in seine zwei Körperöffnungen vergewaltigt. Die Kamera hält lange drauf, sehr lange. Es ist kaum zu ertragen. Der Regisseur sagte nach der Vorführung, dass es so wenig Filme gibt, in denen Männern von Frauen Gewalt angetan wird. Er wollte dies eben mal zeigen und das Publikum provozieren. Dieses Vorhaben ist ihm mit seinem verstörenden und äußerst brutalen Film gelungen. Die Frage, ob Gewalt mit Gegengewalt gerächt werden soll, habe ich mir noch nicht beantworten können. Aber ich denke, dass der „Pussy Riot“-Filmblock wohl doch keine verschenkte Zeit war. Kino kann auch manchmal weh tun.

 

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