// Bettina

Weimar im Mai – Von Stofftieren, Sachsen und fantastischen Erlebnissen

Was gibt es besseres als an einem verregneten Sonntagabend ein kleines kuscheliges Programmkino zu besuchen? Vorm Lichthaus im E-Werk in Weimar glüht der Rost im Regensturm – ganz nach Thüringer Art. Während draußen die Würste auf dem Rost brutzeln, schauen wir uns drinnen die Gewinnerfilme des Festivals an. Das Back UP Festival steht für außergewöhnliche Kurzfilme, Workshops und Diskurse, Exzentrik, Philosophie und Filmdisko. Geprägt wird das Festival vor allem von studentischem Kurzfilm.

Ente und Anfang

Ente und Anfang – Filmausschnitt

Im Block finden sich die ausgezeichneten Filme sowie die Publikumslieblinge des Festivals, das mittlerweile zum 15. Mal stattfindet. Zu den preisgekrönten gehört „Ente und Anfang“ von Rike Hoppe. Im Film erläutert ein Vater seiner Tochter anschaulich, wie wichtig es im Leben ist loslassen zu können. Es ist überraschend wie emotional ich darauf reagiere, wenn Stofftiere an eine Wand genagelt werden.

Emotional bleibt es auch im Animationsfilm „Abita“ von Shoko Hara und Paul Brenner. Das kunstvoll gezeichnete Meisterwerk behandelt die Wünsche der Kinder in Fukushima, die aufgrund der hohen radioaktiven Strahlung nicht mehr im Freien spielen können. Gebannt waren die Zuschauer vor allem von der effektvollen Stärke des Kontrasts zwischen der  naturbasierten Idylle, die gegen Ende in eine Dystopie kippt.

Ebenfalls erwähnenswert ist das Musikvideo zu Adrian Bartley’s „Funny Games“, welches den Preis in seiner Kategorie gewann. Die skurril makabere Liebesgeschichte wird von Regisseur Facundo von Scalerandi in Nostalgie der 50er Jahre erzählt. Aus Bild, Melodie und Worten ergibt sich eine ironische Dreiecksbeziehung, die das Video zu einer amüsanten Abwechslung macht.

Das Highlight des Blocks war jedoch der noch amüsantere Kurzfilm „Simplycelver“ (Franz Müller, Johannes Kürschner). Im Film sehen wir eine Momentaufnahme von Günther. Günther ist ein ehemaliger Bürger der DDR und möchte Freeskiing ausprobieren, allerdings nicht ohne die bewährte DDR Qualität. Die liebevolle Übersetzung der Dialoge ins Hochdeutsche treibt mir glatt die Tränen in die Augen, aber seht selbst …

SIMPLYclever from maki VISUAL on Vimeo.

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